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Outdoor und Nachhaltigkeit: Viele Ideen und stetige Fortschritte

Beim Thema Nachhaltigkeit machen Outdoor-Firmen die Herausforderung zur Firmenidentifikation

Outdoor und Nachhaltigkeit: Obwohl die Outdoor-Branche ein vergleichsweise kleiner Verarbeiter von Textilien und Stoffen ist, hat sie sich als Vorreiter und Innovator beim Thema Nachhaltigkeit verpflichtet. Zunehmend erfüllt sie damit auch die Erwartung der Konsumenten, die immer stärker auf diesen Aspekt achten. Auf der OutDoor in Friedrichshafen vom 17. bis 20. Juni 2018 wird deutlich: Die Branche nimmt sich der Herausforderung weiter an, diese sauber, fair und hochwertig zu produzieren. So entstehen Rucksäcke aus recycelten Fischernetzen, T-Shirts aus Meeresmüll und recycelte Laminate aus PET-Flaschen sind mittlerweile auch funktionell ernsthafte Alternativen zu ökologisch bedenklicheren Membranen.


Obwohl die Unternehmen der Outdoor-Branche nur etwa fünf Prozent der weltweiten Daunen und einen Bruchteil der Weltwollproduktion verarbeiten haben Outdoor-Firmen den ‚Responsible Down Standard’ (RDS) initiiert oder arbeiten nach den strengen Regeln des ‚Down Codex’, um so den Tierschutz-Richtlinien und dem hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden. Auch bei Wolle wird das Tierwohl durch den ‚Responsible Wool Standard’ (RWS) oder ‚Zque’ zertifiziert. Aktuell sind die wichtigsten europäischen Outdoor-Unternehmen der Organisation ‚Fair Wear Foundation’ beigetreten und lassen sich und ihre Produktion nach dem höchsten Sozialstandard weltweit kontrollieren. Und bei PCFs haben immer mehr Hersteller ihre Produktion umgestellt. Jack Wolfskin verkündet zur OutDoor, dass die komplette Bekleidungskollektion 2019 PFC-frei sein wird. Weitere Marken wie beispielsweise Maiersports und Vaude liegen bei über 90 Prozent.


Zur 25. OutDoor-Messe in Friedrichshafen wird das Thema Mikroplastik ein stark diskutiertes Thema. Bereits im Vorjahr wurde der ‚Guppyfriend’, ein Waschbeutel mit Filterfunktion, indem er Plastikflusen beim Waschvorgang zurückhält, durch den OutDoor Award in Gold ausgezeichnet. Einige Firmen haben ihn als Fremdprodukt in ihr Sortiment übernommen, um die Verbreitung zu fördern. Trotzdem ist klar: „Es müssen kreative Ideen entwickelt und die Forschung vorangetrieben werden, um langfristig echte Lösungen zu erarbeiten, die nicht nur auf Filtration beruhen,“ meint Melanie Kuntnawitz, Sustainability Managerin von Jack Wolfskin. Dass das möglich ist, zeigt Vaude mit ‚Biopile’: einem Fleece aus Holzzellulosefaser, das zu 100 Prozent biologisch abbaubar ist. Röjk bringt eine Kollektion ausschließlich aus Naturfasern oder biologisch abbaubaren Polyactiden mit zur OutDoor. Waldkauz und Roughstuff zeigen Loden Jacken und Wollfleece, die ebenfalls kein Mikroplastik absondern. Picture zeigt komplett kompostierbare Sweatjacken.


Recycling und Kreislaufwirtschaft wird in der Branche immer wichtiger. Re-PET, also recyceltes PET, ist unterdessen ein hochwertiges Material und auch funktionell eine Alternative zu ökologisch bedenklicheren Membranen: Fjällrävens Eco Shell, Marmots EvoDry oder Jack Wolfskins Ecosphere sind zu 100 Prozent aus recyceltem Polyester oder Polyamid. Brettschneider präsentiert das erste Moskitonetz aus Recycling-Polyester-Garn-Gewirke. Die baskische Firma Ternua bringt in jedes Produkt einen Aufdruck an, der informiert, wie viele PET-Flaschen in das Produkt geflossen sind.


Auch dehnbare Stoffe können in Zukunft komplett recycelt sein. Der taiwanesische Hersteller Sheico läutet eine „neue grüne Ära“ mit dem ersten recycelten Spandex-Garn ein, während Primaloft eine Bauschfaser anbietet, die zu 100 Prozent aus PCR (Post-consumer recycled polyester) ist, ohne an Weichheit einzubüßen. Rucksäcke und Taschen aus recycelten Fischernetzen kommen von Vaude, dabei galt Nylon6.6 vor zehn Jahren als kaum zu recyceln. Adidas stellt vom Funktions-T-Shirt bis zu Zwischensohlenkonstruktionen und Oberstoffen Produkte aus Meeresmüll her und unterstützt die ‚Parley for the Oceans’-Initiative, die Anreize gibt, Plastikmüll zu sammeln statt im Meer zu „entsorgen“. Edelrid vertraut auf recyceltes Polyamid für Kletterseile.


Nachhaltigkeit lässt sich nicht verordnen, aber die meisten Outdoorfirmen haben sich Nachhaltigkeit und transparente Sozialstandards selbst auferlegt. Wenn eine Firma will, dann kann sie auch. Outdoor zeigt das.

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